MAREJESHO asili mila utamaduni wetu

MAREJESHO asili mila utamaduni wetu
2022
Montage: Bild eines Blasinstruments aus einem Tierhorn. Im Hintergrund eine historische Aufnahme von Kriegern der Wachagga mit Speeren und Schilden. Ein Krieger bläst in ein Tierhorn.

Mobile Recherche-Ausstellung zur Kolonialgeschichte am Kilimanjaro und Meru

In europäischen Institutionen befinden sich Sammlungen mit Ancestral Remains (menschliche Gebeine) und Objekten, die gewaltsam aus den Kolonien entwendet wurden. Zwar wird in den Herkunftsgemeinschaften das Wissen über koloniale Gewalt und den Widerstand noch immer von Generation zu Generation weitergegeben. Doch ist es für Mitglieder dieser Communities fast unmöglich, an diese Informationen in Europa heranzukommen, geschweige denn, die Vorfahren und deren Gegenstände wieder nach Hause zu holen. Die mobile Ausstellung MAREJESHO asili mila utamaduni wetu versucht, diesen Status quo für die Regionen Kilimanjaro und Meru in Tansania zu ändern. Im August/September 2022 reist sie dort in sechs Dörfer, um Informationen über die Sammlungen auszutauschen und mündliche Überlieferungen zu würdigen. Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf den Chagga- und Meru-Chiefdoms während der deutschen Kolonialzeit. Gezeigt werden Fotos ausgewählter Objekte aus deutschen Museen sowie historische Fotografien, außerdem wird das sensible Thema der Ancestral Remains behutsam thematisiert. Bildende Künstler begleiten die Ausstellung mit ihrem zeitgenössischen Blick auf die lokale Geschichte. Mündliche Überlieferungen, Geschichten und Lieder über die koloniale Vergangenheit werden visuell archiviert und verbreitet, Filmvorführungen, Feierlichkeiten und Diskussionen sind Teil des Programms. MAREJESHO regt einen offenen Diskurs innerhalb der Communities an. Wohin sollen die Vorfahren zurückkehren? Wie sollte man sich an sie erinnern? Wem gehören die Objekte? Sollten sie an den Kilimanjaro und Meru zurückkehren?
Nachdem MAREJESHO in Tansania gezeigt wurde, wird das Projekt in Deutschland an der TA T / Humboldt Universität in Berlin vorgestellt. Diese Präsentation wird das Projekt selbst und seine Ergebnisse reflektieren sowie die Forderungen und Stimmen der Communities in den Mittelpunkt stellen.

Konzept, Recherche, Kuration: Konradin Kunze, Sarita Lydia Mamseri, Mnyaka Sururu Mboro, Gabriel Mzei Orio Künstler: Amani Abeid, Cloud Chatanda, Masana Dokumentation oral history: Malik Saidi Msambaa, Crispina Chrispin Nazael Architektur: Comfort Mosha (APC Architectural Pioneering Consultants Ltd) Assistenz: Alice Harrison Management: Marit Buchmeier, Lisanne Grotz (xplusdrei Produktionsbüro), Gabriel Mzei Orio

Ein Flinn Works Production mit Berlin Postkolonial und Old Moshi Cultural Tourism Enterprise in Kooperation mit bafico und APC in Zusammenarbeit mit dem Ethnologischen Museum Berlin, dem Zentralarchiv der Staatlichen Museen zu Berlin, den Staatlichen Ethnographischen Sammlungen Sachsen, dem Linden Museum Stuttgart und dem TA T / Humboldt University in Berlin.

Gefördert im Fonds TURN2 der Kulturstiftung des Bundes. Gefördert durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Weitere Förderung durch between bridges.

Photo [M]: GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig, SKD, Marlene Nagel und Leipziger Mission (Fotoarchiv)

Shows

Tansania 2022
August 11-14 Keni, Rombo, Kilimanjaro
August 18-21 Marangu, Kilimanjaro
August 25-28 Old Moshi, Kilimanjaro
September 01-04 Kibosho, Kilimanjaro
September 08-11 Machame, Kilimanjaro
September 15-18 Poli, Meru

Deutschland 2023
April/May TA T / Humboldt University in Berlin